Die Kirche St. Peter und Paul
Die Kirche wurde 1832 im schlichten Scheunenstil erbaut und der Innenraum zuletzt 1997 ( nach 1948 und 1966 ) renoviert. Am Fronleichnamsfest 1998 feierte man erstmals wieder Gottesdienst in dem von Werner Sandhaus ( Architekt des erzbischöflichen Bauamtes Freiburg ) konzipierten Innenraum der Kirche.
Das exakt quadratische Kirchenschiff hat einen neuen Boden aus schwarzgrünem Gneis bekommen. Der Altar ist nicht in der erhöhten Apsis, sondern in der Mitte des Kirchenschiffes zu finden. Um ihn herum sind die Gestühlgruppen, Sedilien, Ambo und Tabernakel aus gebleichtem Ahorn gruppiert. Passend dazu sind Wände und Säulen weiß gestrichen. In den Altar sind Eckverbindungselemente aus Edelstahl eingearbeitet. Schlanke Streben auf quadratischen Grundflächen stützen Tabernakel, Osterkerze und Altarkerzen.
Die Treppenstufen zur Apsis mit dem Taufstein an der Stelle des früheren Hochaltars sind ins Kircheninnere versetzt. Hier ist Gottesdienstraum für Tauffeiern und kleine Gruppen. Der Taufstein zeichnet mit dem Zelebrationsaltar eine Achse, die von der Fahne des Kölner Künstlers Harald Hermann durchbrochen wird.
Die Umgestaltung des Kircheninneren wurde in einem langen und sorgfältig abwägenden Prozess beschlossen und durchgeführt. Der Pfarrgemeinderat setzte sich auseinander mit der Neustrukturierung des Raumes mit dem Altar in der Mitte, mit der nicht gegenständlichen Kunst in der Fahne und mit der Raumgestaltung, etwa mit dem Kreuzweg.
Der Raum lädt ein zum Umhergehen und Neuentdecken von Perspektiven des Sehens und Glaubens. So wird der Eintretende nur kurz den Taufstein, dann das Spiel des Lichts mit der Fahne und schließlich Petrus und Paulus an den Säulen wahrnehmen. Er könnte einen Sitzplatz links zwischen den beiden Säulen wählen. Hier hat man freien Blick zum gottesdienstlichen Geschehen am Altar, zu Kreuzigungsgruppe und Tabernakel ,zu einigen Stationen des Kreuzweges und zur Marienstatue. Die Fahne ist hinter einer Säule verschwunden. Oder man begeht den Raum um den Taufstein. Das Kirchenschiff zeigt sich als einladender Versammlungsort und die Fahne ihre Rückseite der zuerst aufgetragenen Farbschichten. Die ebene Fläche zwischen den Gestühlgruppen und Altar vermittelt Nähe und Gleichrangigkeit von liturgischen Akteuren und Gottesdienstbesuchern. Kinder können sich dort frei bewegen und größere Gegenstände in der Nähe des Altars aufgestellt werden. Gottesdienst kann so Lebenswelt und Glauben leicht miteinander verbinden.













