Die Kirche St. Josef

Durch Erlass vom 4. Februar 1896 empfahl die Kirchenbaubehörde die Gründung eines Kirchenbauvereins für Brombach, Haagen und Hauingen sowie den Erwerb eines Bauplatzes und sicherte die Unterstützung durch den Bonifatiusverein der Erzdiözese zu.

Dem Kirchenbauverein traten alle Katholiken der drei Gemeinden bei. Am 1. Oktober 1896 wurde der Katholische Kirchen- und Kirchenbaufond errichtet. Noch im selben Jahr konnte von Karl Gempp ein Bauplatz (25,85ar) für den Preis von 5.744,44 Mark erworben werden. 1899 wurde von Anna Marx ein weiteres Grundstück (15,44ar) zum Preis von 3.421 Mark hinzugekauft. Für die Kosten kam der Bonifatiusverein auf.

Für das Pfarrhaus wurde ein weiteres Grundstück (510 qm) für 3.000 Mark gekauft. Die drei Grundstücke sind im Grundbuch der Gemeinde Brombach auf den Katholischen Kirchen- und Kirchenbaufond eingetragen. Die Verwaltung wurde im Mai 1898 dem Stiftungsrat übertragen. Die Wahl des Stiftungsrates war am 1. November 1896, ihm gehörten an: Stadtpfarrer Schlatterer aus Lörrach (Vorsitzender), Mennas Schäfer und Ferdinand Meyer aus Brombach, Stefan Wasmer und Florian Drändle aus Hauingen. Am 11. September 1898 beschloss der Stiftungsrat, erstmals unter Vorsitz von Franz Xaver Sester, das Erzb. Kapitalsvikariat zu beauftragen einen Bauplan für eine Kirche mit 1200-1500 Plätzen anzufertigen. Im Mai 1899 wurden die ausgearbeiteten Pläne vorgelegt.

In der Niederschrift heißt es: Alle Mitglieder sind voll der Anerkennung und sprechen dem Hochw. Erzb. Ordinariat den geziemenden Dank für die Bewilligung von 7.200 Mark zum Kirchenbau aus.

Schon am 3. September 1899 war die Grundsteinlegung.
Nach einer Bauzeit von nur 15 Monaten konnte Weihbischof Dr. Justus Knecht am 25. November 1900 die neue Kirche St. Josef weihen.

Die Gesamtkosten, einschließlich der Herstellung des Platzes, des Gestühls und der Kommunionbank, betrugen 83.900 Mark, welche zu einem großen Teil aus Zuschüssen und Spenden erbracht wurden.

1906 wurde der Hochaltar von Bildhauer Dettlinger aus Freiburg erstellt. Der seitliche Marienaltar war ein Geschenk des Bonifatiusvereins, ebenso die Orgel aus der Notkirche in Muggensturm.

Die Firma Gebr. Großmann in Brombach spendeten die drei Glocken in den Tönen h, dis, fis (Preis 1.800 Mark). Die Geschichte der Glocken

Die Kanzel war ein Geschenk des Stiftungsrates aus Gengenbach.

Durch den Architekten Mölle aus Lörrach wurde zur gleichen Zeit das Pfarrhaus erbaut. Die Kosten, einschließlich des Grundstückes, betrugen 23.000 Mark. 

Die Kirche ist in einfachen neugotischen Formen ausgeführt und bietet 450 Sitz- und 300 Stehplätze. 

Im verhältnismäßig kleinen, fast dachreiterähnlichen Kirchturm konnten gerade mal 3 Kirchenglocken untergebracht werden. Welche 1917 und 1942 auch noch an die Rüstungsindustrie abgegeben werden mussten. Durch Spenden konnten 1924 und 1949 neue Glocken bestellt werden.

Kommunionbank und Altartisch waren aus weißem Sandstein von Bildhauer H. Maier aus Haslach im Kinzigtal geschaffen. Um die Kanzel waren die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes in Holzarbeit geschnitzt.

Im März 1922 wurde die Gasbeleuchtung durch eine elektrische Beleuchtung ersetzt.

In der Mitte der Kirche befindet sich an einer der Säulen die Figur einer Pieta. Sie wurde von Zahnarzt und Hobbybildhauer Wilhelm Schuckart aus Haagen aus Stein gehauen und zum Gedenken an die Opfer beider Kriege am 7.Dezember 1947 eingeweiht.

Im September 1952 konnte eine Zentralheizung eingebaut werden, welche im Herbst 1970 durch den Einbau von Warmluftschächten und den Einbau von Umwälzpumpen verbessert wurde.

1968 erfolgte im Geiste des 2.Vatikanischen Konzils eine große Innenrennovation der Kirche, die ihr das heutige Aussehen gab: Hochaltar, Sakramentsaltar, Taufstein, Kreuzweg und Tabernakel wurden von Bildhauer H. Maier aus Haslach im Kinzigtal entworfen und teils selbst gestaltet. Seine steinerne Kommunionbank machte später einer handgeschmiedeten von Schmiedemeister Heinrich Wurst aus Tiefenhäusern Platz. Die im Zuge einer kleinen Umgestaltung 1999 wieder entfernt wurde.

Das Hängekreuz über dem Hochalter stammt aus der Werkstatt des Metallbildhauers Alfred Erhard aus Freiburg.

Die strahlend leuchtenden Glasfenster in Chorraum, Tauf-Seitenkapelle und in den Seitenschiffen der Kirche sind eindrucksvoll und zeigen biblische Szenen. Entworfen wurden sie von Rainer Dorwarth aus Freiburg-Littenweiler, gefertigt in der Kunstglaserei Karl Isele, Freiburg.

Die Fenster zeigen folgende biblische Szehnen:

  • Chorraum, links:
    Verkündigung, Geburt Taufe, Bergpredigt Jesu,Hochzeit zu Kanaa,Jesus und die Jünger am See Gennesaret
  • Chorraum, rechts:
    Ostern/Auferstehung Jesu, Grablegung, Johannes und Maria -Kreuzigung- Hauptmann, Geißelung Jesu Petrus u. d. Hahnenschrei, Am Ölberg: wachet und betet
  • Taufkapelle, links:
    Die Arche Noah / Friedenstaube
  • Taufkapelle, rechts:
    Jona und der Walfisch

Die jetzige Orgel besitzt zwei Manuale, Pedal, 24 Register mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registerschaltung, das Gehäuse ist aus Limbaholz.. Hersteller sind die Gebrüder Jehle in Bittelbronn. Die Orgeleinweihung erfolgte am 23. Dezember 1962.

Am 7. April 1968 wurde die Turmuhr geweiht.

Die Altartafeln des früheren Hochaltares wurden 1988 im Rahmen einer erneuten Innenrennovation seitlich im Chorraum angebracht.

Der frühere Kreuzweg wurde bei dieser Renovation freigelegt. Die Wandgemälde wurden bei der Renovation 1968 durch Bildtafeln ersetzt.

Von Frühjahr bis Herbst 1991 erfolgte eine umfangreiche Außenrennovation der Kirche.

Zum Gedenken an den über 37 Jahre in der Pfarrei wirkenden Pfarrer Rudolf Speck wurde 1995 eine Gedenktafel im hinteren Teil der Kirche angebracht.


An der selben Wand konnte im Mai 1999 eine vom Brombacher Bildhauer geschaffene Schutzmantel-Madonna geweiht werden.

Im Jubiläumsjahr 2000 konnte durch Spenden der Pfarrangehörigen beim westlichen Seiteneingang der Kirche eine Rollstuhlauffahrt angebaut werden.