Das Leitbild

der Tageseinrichtungen für Kinder in der katholischen Kirchengemeinde Lörrach und Inzlingen

Pfarreien:

  • St. Bonifatius
  • St. Fridolin
  • St. Josef
  • St. Peter
  • St. Peter und Paul

 

Vorwort

„Da rief Jesus ein Kind herbei und stellte es in ihre Mitte ..." ( Mt 18,2 )

Das ist ein auf den ersten, schnellen Blick belangloser Satz. Aber er bringt zum Ausdruck, wie Jesus mit Menschen umging. Er stellt das Kind in die Mitte: es wird wahrgenommen, es erfährt Wertschätzung; es wird beachtet. In diesem Umfeld von Achtung kann das Kind sich entwickeln, wachsen und heran reifen.

Etwas davon wollen wir in unseren Kindergärten ermöglichen.

Bei der Erarbeitung dieses Leitbildes für die Kindergärten in unserer Seelsorgeeinheit haben MitarbeiterInnen aus unterschiedlichen Berufsrichtungen mitgewirkt. Das intensive Gespräch war dabei für die Beteiligten eine positive Erfahrung.

Ziel war es, im gegenseitigen Austausch unseren religiösen Hintergrund für die Tageseinrichtungen für Kinder zu formulieren. Ziel war es auch, in einer schnelllebigen Zeit, die von ständigen Veränderungen geprägt ist, für das Zusammenleben und – arbeiten im Kindergarten Orientierung zu geben.

Diese Leitgedanken zeigen den Beitrag auf, den wir in den Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Lörrach für die Familien mit ihren Kindern leisten möchten. Sie sollen MitarbeiterInnen und Eltern gleichermaßen Orientierung und Ermutigung sein.

Wir hoffen auf eine positive Aufnahme dieser Leitlinien.

Für die Seelsorgeeinheit Lörrach

Matthias Ibach, Pfarrer

 

Unser christliches Menschenbild

Die Grundlage unseres christlichen Glaubens ist die biblische Offenbarung des Alten und Neuen Testaments und die Überlieferung durch die Kirche.

Alle Menschen sind Geschöpfe und Ebenbilder Gottes und haben eine unantastbare Würde.

Die wichtigste Grundlage ist für uns, Leben zu achten. Menschen sind soziale Wesen, die zu Beziehungen fähig sind und nicht allein leben. Im Spannungsfeld der persönlichen Freiheit und der Freiheit des Mitmenschen sind wir berufen die Schöpfung zu bewahren und entsprechend unserer Fähigkeiten Verantwortung für die Gestaltung unseres Lebens und der Welt zu übernehmen.

Durch unseren Glauben stellen wir einen Bezug zu Jesus Christus und zur Kirche dar.

 

Der pastorale Auftrag

Unsere Tageseinrichtungen sind für alle Beteiligten Orte der Begegnung. Sie bieten Kindern und deren Familien eine Grundlage für christliches Zusammen-leben. In den Tageseinrichtungen der Seelsorgeeinheit werden die vier Grunddienste verwirklicht:

1. Gemeinschaft (Koinonia)

Mit den Tageseinrichtungen für Kinder schaffen die Pfarrgemeinden Orte der Begegnung und Gemeinschaft.

2. Dienst am Nächsten (Diakonia)

Unsere Tageseinrichtungen bieten Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder als familienergänzende Hilfe an. Die christlichen Grundwerte wie Nächsten-liebe, Respekt, Toleranz, Rücksichtnahme und Solidarität sind für uns Maßstab im täglichen Miteinander.

3. Zeugnis geben (Martyria)

In unseren Tageseinrichtungen erleben und erfahren die Kinder die Botschaft Jesu. Dies geschieht in der Vermittlung biblischer Erzählungen in Wort und Bild, im Spiel, im gemeinsamen Singen und Beten sowie im Erleben christlicher Bräuche, Riten und Feste.

4. Gottesdienstliches Feiern (Leiturgia)

Unsere Tageseinrichtungen sind Orte für vielfältiges gottesdienstliches Feiern z.B. Erntedank, St. Martin, gemeinsames Beten und Singen, erzählen von biblischen Geschichten, Gestaltung von Gottesdiensten.

 

Unsere Sichtweise vom Kind

Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit mit seiner ihm eigenen Lebensgeschichte, mit individuellen Fähigkeiten, Eigenarten und Begabungen. Wir achten und schätzen diese Individualität und Persönlichkeit der Kinder und schaffen Bedingungen um dem Kind ein „Lernen mit allen Sinnen" zu ermög-lichen.

Kinder brauchen Schutz und die Erfüllung der Grundbedürfnisse wie z.B. das nach Gemeinschaft, der Befriedigung kindgemäßer Neugierde oder das nach kreativer Entfaltung.

Kinder brauchen Freiräume, aber auch Grenzen, innerhalb derer sie ihre Beziehungen gestalten kön-nen. Gemeinsam festgelegte Regeln, stetig wieder-kehrende Abläufe und Rituale vermitteln dem Kind Geborgenheit und Sicherheit in der Gemeinschaft.

Kinder suchen Antworten auf existentielle Fragen ihres Lebens, sie suchen nach Orientierung und Sinnhaftigkeit, sie sind offen für religiöse Fragen und brauchen Raum für eine kindgemäße Entwicklung.

 

Unsere Zusammenarbeit mit Müttern und Vätern

Die Sorge für die Kinder liegt vorrangig bei den Eltern. Wir bieten Eltern Unterstützung und Beratung für die Erziehung ihrer Kinder an.

Unsere Tageseinrichtungen sind Orte der Begegnung für alle Eltern und Bezugspersonen der Kinder.

Unsere Angebote orientieren sich an den Bedürfnissen der Familien. Wir nehmen deren Sorgen und Nöte ernst. Unsere Zusammenarbeit mit den Eltern ist von Wertschätzung, Akzeptanz und Achtung geprägt.

Die Meinung der Eltern ist wichtig. Wir wünschen uns konstruktive Kritik und berücksichtigen die Meinung der Eltern bei Grundsatzentscheidungen.

Wir versuchen Anregungen der Eltern oder deren gewählten Vertreterinnen/Vertretern in unsere Arbeit einfließen zu lassen.

Unsere Tageseinrichtungen leben auch von der Mitarbeit der Eltern. Wir verpflichten uns, Eltern zu informieren und mit ihnen respektvoll und partnerschaftlich zusammenzuarbeiten.

 

Die Kirchengemeinde als Träger

Mit der Trägerschaft von Tageseinrichtungen für Kinder übernehmen die Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit ihren pastoralen Auftrag und ihre gesellschaftliche Verantwortung.

Wir orientieren unsere Angebote an den Lebensverhältnissen der Familien. Wir engagieren uns in familien- und gesellschaftspolitischen Fragen. Insbesondere ergreifen wir Partei für Benachteiligte.

Wir achten andere Religionen und Kulturen.

Die Kirchengemeinden schaffen Voraussetzungen für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Einrichtungen. Dabei arbeiten wir eng mit den kommunalen Gremien zusammen.

In unserer Verantwortung als Träger treffen wir die Grundsatzentscheidungen.

Als Dienstgeber bringen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Wertschätzung und Anerkennung entgegen. Eine gute Zusammenarbeit und regelmäßige Gespräche mit ihnen sind uns sehr wichtig.

 

Die MitarbeiterInnen unserer Tageseinrichtungen

Unsere MitarbeiterInnen sind qualifizierte Fachkräfte. Sie übernehmen Verantwortung in ihrer Arbeit.

Ihre Professionalität wird durch die regelmäßige Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen gesichert, gestärkt und erweitert.

Unsere MitarbeiterInnen bereichern die Arbeit durch ihre individuellen Fähigkeiten. Die Zusammenarbeit in den Einrichtungen ist geprägt von Toleranz, Offenheit und Wertschätzung.

Bei der Weiterentwicklung ihrer Arbeit berücksichti-gen die MitarbeiterInnen gesellschaftliche Veränderungen, entwicklungspsychologische Erkenntnisse und Rückmeldungen von Eltern und Kindern.

Regelmäßige Planung und Reflexion sind selbstverständlich.

Unsere MitarbeiterInnen setzen sich mit dem kirch-lichen Auftrag auseinander und sind bereit, die vier Grunddienste der Gemeinde in ihrer Arbeit zu verwirklichen.

 

Die Leitung unsererTageseinrichtungen

Den Leiterinnen unserer Tageseinrichtungen kommt eine besondere Verantwortung zu. Fachliche und menschliche Kompetenz sind die Voraussetzung für die Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben.

In ihrer Arbeit erfahren die Leiterinnen Unterstützung seitens des Trägers, indem er ihnen Fort- und Weiterbildungen ermöglicht und regelmäßig Dienstbesprechungen abgehalten werden. Ebenso wird ihnen für die vielfältigen Aufgaben im erforderlichen Umfang Zeit zur Verfügung gestellt.

In und außerhalb unserer Pfarrgemeinden vertreten die Leiterinnen unsere Einrichtungen in fachlicher Hinsicht.

Träger und Leitung tragen gemeinsam die Verantwortung für den kirchlichen Charakter der Einrichtungen.

Die Leiterinnen unserer Tageseinrichtungen sind Ansprechpartner für die Eltern.

Sie haben die Verantwortung für die Einrichtung hinsichtlich:

  • des pädagogischen Konzeptes
  • des organisatorischen Ablaufes
  • der Begleitung und Führung der Mitarbeiterinnen
  • der Repräsentation in der Öffentlichkeit

 

Erarbeitung: Leiterinnen von Kindergärten

Beate Böhringer Kath. Kindergarten St. Elisabeth Kath. Pfarrgemeinde St. Peter und Paul

Adelheid Trefzer Kath. Kindergarten St. Peter Kath. Pfarrgemeinde St. Peter

Kerstin Moritz Kath. Kindergarten "Arche Noah" Kath. Pfarrgemeinde St. Josef

Gemeindereferentin

Christine Kenk Kath. Seelsorgeeinheit Lörrach

Kindergartenbeauftragte

Dieter Seger Kath. Pfarrgemeinde St. Fridolin

Helmut Porsche Kath. Pfarrgemeinde St. Bonifatius

Leiter der Seelsorgeeinheit

Pfarrer Matthias Ibach

Datum:

Juli 2005

Das Leitbild als PDF:

Quelle: Seelsorgeeinheit Lörrach