Hoffnung
Wenn ich zweifelnd nicht mehr weiter weiß und meine Vernunft versagt, wenn die klügsten Leute nicht mehr weiter sehen als bis zum heutigen Abend und nicht wissen, was man morgen tun muss - dann sendest du mir, Herr, eine unumstößliche Gewissheit, dass du da bist. Du wirst dafür sorgen, dass nicht alle Wege zum Guten versperrt sind.
Alexander Solschenizyn
Alexander Solschenizyn
Nach meiner Predigt vom 12. Juli sind mit einige Texte über das, was einzelnen Menschen Hoffnung gibt im Blick auf unsere Welt und im Blick auf unsere Kirche. Woran können wir erkennen, dass Gottes neue Welt, das Reich Gottes, begonnen mit Jesus Christus, in unserer Welt am Wachsen ist?
Wie versprochen kann ich nach Absprache mit den betreffenden Personen diese Texte anonym auf unsere Homepage stellen.
Lassen Sie sich anregen, selbst darüber Gedanken zu machen, was Ihnen Hoffnung schenkt im Blick auf unsere Welt und auf unsere Kirche. Wenn Sie mögen können Sie gerne mir Ihren Text zur Verfügung stellen, damit ich diesen anonym auf diese Seite stellen kann.
Vielleicht regen diese Texte an, mit sich selbst und mit anderen ins Gespräch darüber zu kommen, welche Hoffnung mein/unser Leben trägt.
Bitte beachten Sie, dass nicht alle Texte die Meinung der Verantwortlichen der Kirchengemeinde wiedergeben.
Wenn Sie mir schreiben wollen, so schreiben sie bitte an folgende Mailadresse: r.ochs@kath-kirche-loerrach.de
Ja, auch ich könnte manchmal verzweifeln an den vielen schrecklichen Nachrichten, Bildern und Informationen die täglich aus allen Teilen der Welt über unterschiedlichste mediale Kanäle auf mich /uns einströmen. Verhungernde Kinder, Menschen auf der Flucht, Ertrinkende, furchterregende Horrorszenarien über Kindesmisshandlungen und -Missbrauch, Gewalt jeglicher Art, Ausbeutung, Die Klimakatastrophe (n), Corona-Pandemie, Faschismus, Rassismus, Säbelrasselndes Aufrüsten , Unfälle, ect. (Die Liste ist erschreckend lang!!!!!)
Auch Schreckensnachrichten aus unserer Stadt und dem näherem Umfeld scheuchen auf, ängstigen und verwirren…… Persönliche Ängste und Sorgen bedrücken und lassen mich manchmal ruhelos, furchtsam und betrübt sein.
Trotz Alledem oder gerade deshalb versuche ich mich einzubringen und zu engagieren, wie viele andere Menschen, in unterschiedlichsten Gruppierungen, Vereinen, auch viele Einzelne um großartige, hilfreiche ökologische, humanitäre, spirituelle, medizinische, politische Projekte, Ideen ect. zu kreieren, umzusetzen, zu unterstützen, Gutes zu tun, Da zu sein, Solidarität, Menschlichkeit, Mitgefühl und Nächstenliebe zu leben.
Ich sehe es so, dass wir durch unser persönliches, berufliches , ehrenamtliches oder einfach mitmenschliches Engagement, wenn wir uns einsetzen gegen Ungerechtigkeiten, Verfolgung und Ausgrenzung ,Missstände, Ausbeutung unserer Umwelt…. angehen, zu Händen und Füssen Gottes werden . Er hat ja nur unsere…..und wir dürfen, (sollen) nach unseren Möglichkeiten, getragen von Gottes Geist, so, aktiv an seiner neuen Welt , die jetzt schon ist , mitgestalten.
In dieser Fülle von Leben (auch die negative), dankbar für das Leben selbst, bin ich überdies mit wunderbaren Kindern, Enkeln, Geschwistern mit Familien beschenkt. So viel Glück und viele Gründe, die mich meist, sehr gerne leben lassen, motivieren, aktivieren und Sinn geben. Ich bin unglaublich dankbar und fühle mich oft gestärkt und beschützt von großer, innerer Kraft. Sie tröstet und ist Fluchtpunkt, gerade in dunkeln Zeiten. Da spüre ich Hoffnung und die Zuversicht, dass ALLES zu einem guten Ende kommt……….auch wenn ich mir diese Unglaublichkeit vielleicht gar nicht bis zu Ende ausmalen kann. Aber ich spüre Ursprung und Eingang meiner inneren Quelle: ,,Da muss Gott sein. So unsagbar. Die Quelle sprudelt.
Es macht uns Hoffnung, dass
- die Verantwortlichen der Kirche, in Politik und auch wir persönlich die Zeichen der Zeit erkennen und versuchen im jeweiligen Tätigkeitsfeld danach zu handeln.
- Die Vertreter der Kirchen klar zum Ausdruck bringen, daß die Kirche den Menschen Gutes tut
- Viele Jugendliche aufstehen, auf die Straßen gehen und zeigen, daß bezüglich des Klimawandels dringend Handlungsbedarf besteht. Politik und die Kirchen nehmen sich der Probleme mehr und mehr an.
Als ehemaliger Ministrant möcht ich beginnen mit dem Gebet, das Priester und Ministranten beten bevor sie vor der Eucharistiefeier von der Sakristei aus den Chorraum betreten:
"Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat".
Dieses faszinierende Gebet gibt mir Geborgenheit und Hoffnung für eine gute Zukunft.
Was die Zukunft unserer Kirche betrifft, so wage ich die Feststellung, sie befindet sich auf einem guten Weg. Noch nie in der zweitausendjährigen Kirchengeschichte wurde so offen, ehrlich und fair über aktuelle Themen und Probleme gesprochen und nach Lösungen gerungen. Die neuen Medien geben der Kirche vielfältige Möglichkeiten, unseren Glauben zu verkünden und Präsenz zu zeigen.
Im Blick auf die Geschichte muss man feststellen, dass die Kirche schwere Zeiten durchgemacht hat (z.B. Reformation, Kirchenspaltungen) und immer wieder Probleme hatte, sich zu organisieren. Da sind wir doch heute besser dran. In der Ökumene bemühen wir uns um mehr Einheit.
Besonders möchte ich hervorheben, dass die Kirche über zwei Jahrtausende hinweg die Eucharistie, dieses zentrale heilige Geschehen bewahrt und durch die Zeit getragen hat.
Das wird auch in Zukunft so bleiben, denn in jeder Feier erfüllt sich erneut die Zusage Jesu: "Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt".
Gottes neue Welt ist immer neu am Entstehen. Die Geschichte Gottes mit den Menschen geht weiter. Der ewige und treue Gott lässt uns nicht alleine. Das kann ja gar nicht anders sein.
Gott hat seine Kirche in die Hand von uns Menschen gelegt und ist damit, aus unserer Sicht, ein großes Risiko eingegangen. Diese menschliche Gemeinschaft hat eine große Bandbreite von Eigenschaften und Fähigkeiten, viele gute, aber leider auch weniger gute. Es wird immer unsere Aufgabe sein, dies in gute Bahnen zu lenken.
Was Jesus in seinem Gleichnis vom Sämann für die Menschen insgesamt gesagt hat, gilt halt auch ein stückweit für unsere Kirche.
Aber nun zu unserer Kirche vor Ort. Ihr Vorschlag, eine Erzählgemeinschaft anzubieten, finde ich sehr interessant und ich würde mich gerne beteiligen.
Ich finde, die Hoffnung darf nicht sterben, allein schon von daher will ich sie immer hochhalten. Ich schaue mich um, wenn ich betrübt bin über das Böse in der Welt und ich finde eigentlich immer etwas, woran ich mich festhalten kann. Das sind zum einen echte Lichtblicke durch Menschen, die liebevoll uneigennützige Dinge tun, und unbeirrt ihren Weg so gehen und mir Vorbilder sind. Das ist die Schöpfung an sich, die mir die Größe Gottes vor Augen hält und die atemberaubend schön ist und auch immer wieder ihre Kraft zeigt (eine Blume, die durch den Asphalt dringt...). Da ist Gott, der Vater ist und Jesus der mir Bruder ist, der mich so sehr liebt, und an ihn werde ich z.B. durch jedes Kreuz, das am Wege aufgestellt ist, erinnert. Da sind die Momente im Gebet, in denen ich mit meinem himmlischen Vater, mit dem auferstandenen Jesus und mit dem heiligen Geist auf Du und Du stehen darf und ich im Herzen spüre wie sie bei mir sind. Da sind Menschen, die fragen, was kann ich tun, um die Welt zu verbessern und jeder kleine Schritt zählt, jede tröstende Geste, jedes aufmunternde Wort, jeder Cent, der jemandem hilft....
Was mir Hoffnung gibt auf das Wachsen des Reiches Gottes?
Puh, eine schwere Frage. Im Moment erlebe ich eher Schweres: Corona-Pandemie, Kriege, große Hungersnöte uv.a.m. Im Blick auf die Kirche: Einschränkungen, Menschen sind doch nicht gleich, alte Männer haben das Sagen -ältester Männerclub der Welt- (C. Kebekus). Frauen sind nicht zugelassen zu den Ämtern der Kirche, Laien sind Christen zweiter Klasse….
Wo ist hier Hoffnung auf Veränderung?
Für mich wächst überall dort Hoffnung, wo Menschen sich gleichberechtigt zusammen tun und kreativ Lösungen entwickeln für ihre Lebenssituation…..
Überall dort, wo Menschen solidarisch Leben teilen……
Überall dort, wo Menschen sich für Benachteiligte einsetzen…..
Hoffnungszeichen: Fridays für future; Maria 2.0; kirchliche Hilfsorganisationen; …..
In meinem privaten Bereich: meine Kinder haben entschieden, Kinder mit ihren Partner*innen zu wollen. Enkel sind auf dem Weg in unsere Welt oder bereits geboren. Für mich ein deutlicher Hinweis, dass meine Kinder an die Zukunft der Welt glauben.
Wenn ich manchmal niedergeschlagen bin, denke ich an meine Enkel und weiß, dass unsere Welt Zukunft hat und Gott sie nicht vergessen hat.
Denn nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes. Dieser Satz des Apostel Paulus ist der tiefste Grund meiner Hoffnung. Ich hoffe einfach, dass dieser Satz wahr ist und Gott uns immer wieder durch Menschen Zeichen der Hoffnung sendet.
Vor einiger Zeit hattest du lieber Ralf in deiner Predigt am Sonntag im Onlinegottesdienst dazu aufgerufen dir zu schreiben, was uns Gemeindemitgliedern in diesen Zeiten der Krise und Einschränkungen Hoffnung gibt.
Ich hatte und habe die Hoffnung, dass unsere Kirchen und das geht über die katholischen Gemeinden hinaus, Mut haben: Mut sich für die Menschen einzusetzen, Mut in Jesu Nachfolge zu gehen, ohne Kompromisse, Mut Nächstenliebe weiterzuleben wie vor der Krise, echte wahre Nächstenliebe, über die nichts auf der Welt kommen kann.
Was hätte Jesus getan? Abstandsregeln eingehalten, Menschen weggeschickt, weil sie zu zahlreich gekommen sind? Eine Maske getragen? Angst verbreitet?
Niemals wäre ihm das in den Sinn gekommen!
Und was hätte Mutter Theresa getan, die Jahre lang hochansteckende Menschen betreut hat, ohne sich selbst zu infizieren, in purer Nächstenliebe? Abstand – Masken - Angst?
Wir sind nicht Jesus, wir sind keine Mutter Theresa und der Vergleich hinkt um Meilen, aber ich bin Gottes Kind, ich nehme mir sein Wesen und viele seiner Kinder zum Vorbild, ich strebe jeden Tag danach seinen Willen zu tun, auch wenn ich dabei oft kläglich versage.
Meine Hoffnung in dieser Zeit? Dass ich endlich wieder einen Platz in meiner Kirche finde, die sich immer weiter von mir und meinem Leben entfernt. Und in meinen schlimmsten Träumen hätte ich nicht gedacht, dass dieses Gefühl der Entfremdung, vom persönlichen Gefühl in ein Gefühl der weltweiten Verantwortung für die Menschen übergehen kann und sich dadurch um ein Vielfaches potenziert.
Wo ist die Kirche, die sich für die Menschen einsetzt? Die weiß, dass unser irdisches Leben endlich ist, die Krankheit annimmt, wenn sie in unser Leben tritt, die Seelenheil über körperliches Heil stellt? Die weiß, dass glückliche, angenommene, geliebte Menschen Kraft haben und seltener erkranken? Warum lassen Sie zu, dass ihre Gläubigen mit Ihrer Angst vor einem Virus alleine bleiben, einsam, ohne Austausch ohne kritisches Hinterfragen, nur per anonymem Bildschirm, ohne Widerstand sich staatlichen Bestimmungen und Gesetzen unterordnen, deren Grundlage seit Wochen keinen Bestand mehr hat?
Wie kann es sein, dass Sie ihre Gemeinde so alleine lassen - vielleicht aus Sorge belangt zu werden?
Wer könnte Sie jemals verantwortlich machen - und selbst wenn, wäre es nicht wenn eine weltliche Verantwortung und niemals eine göttliche? Vor wem müssen wir uns denn Verantworten? Vor Gott oder den Menschen, dem Staat, den Gesetzen?
Wie soll ich es denn leisten über Wochen und Monate ein Gemeinde-/Gemeinschaftsgefühl in meiner Familie aufrechtzuerhalten, wo keine Gemeinde ist?
Und ihr Engagement für Digitalisierung in allen Ehren, das wird niemals echtes Gemeinschaftsgefühl ersetzen - niemals.
Ich habe die Hoffnung, nachdem ich merke wie Angst alle Bereiche unseres Lebens beherrscht, in der weder genügend Ärzte, Anwälte noch Lehrer für die Menschen aufstehen, um ihnen die Angst vorm Leben zu nehmen, Masken eine nie da gewesene Distanz zu den Menschen aufbauen, dass wir Christen und auch andere Gläubige, aufstehen, da sind, Mut machen, Hoffnung schenken, für die Menschlichkeit einstehen.
Wann soll sich die Situation Ihrer Meinung nach ändern? Worauf möchten Sie warten? Warum entscheiden wir nicht selbst, dass es nun genug ist, dass wir genug gelitten haben unter einer Anonymität, der ich Zeit meines Lebens versucht habe eine andere Seite entgegenzustellen?
Warum geben wir unseren Kindern, Jugendlichen und Alten nicht endlich Hoffnung, echte Hoffnung, Hoffnung von Gott und sicher keine Impfung, die uns noch unbekannte Nebenwirkungen und sehr fragwürdige Interessen der Pharmaindustrie und niemals die körperliche Gesundheit der Menschen als Ziel haben? (Stichwort: M-RNA-Impfstoffe, Wirksamkeit von Grippeimpfungen, Schweinegrippe)
Wie konnte es passieren, dass so viele Menschen glauben konnten, dass es solidarisch sei sich nicht zu besuchen, Kontakt zu meiden, Masken zu tragen? Wie konnte es passieren, dass wir uns von ein paar wenigen Wissenschaftlern und Politikern so haben täuschen lassen?
Wie können Sie, wo doch Abstandsregeln eingehalten werden von den Gläubigen erbitten Masken zu tragen, wo nachgewiesen ist, dass vor allem die älteren Menschen dadurch immensen gesundheitlichen Schaden nehmen können?
Seit Wochen wehren wir uns als Familie dagegen und ernten so viel Missachtung. Ich habe sehr schwarze Stunden verbracht, dann kamen Hoffnungsschimmer, immer mehr Menschen spüren einen Widerwillen, hinterfragen, informieren sich,auch über alternative Medien, weil es anders nicht geht, treffen sich regelmäßig, kommen ins Gespräch.
Es sind religionsübergreifende Treffen, mit sehr unterschiedlichen Blickrichtungen, Gott wird nie benannt, für mich ist er aber da!
Viele Menschen haben Angst und sehen keinen Ausweg, keine Besserung wenn eine Maskenpflicht in den Schulen im September wahrscheinlicher wird, wenn eine zweite Welle geplant und für Herbst angesagt wird.
Ich habe die Hoffnung, meine Kirche zeigt hier ihren Mut für echte Solidarität, die für mich bedeutet, bei den Menschen zu sein, sie anzuhören, sie zu fühlen, ihre Ängste zu respektieren, verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen.
Menschen sind voll von Viren. Seit ich lebe, lebe ich von und mit Viren, trage schädliche oder weniger schädliche Viren in mir. Bin ich schuldig, wenn von mir aus Viren auf meinen Gegenüber übertragen werden, wenn ich ihm in Liebe begegne, um hygienische Maßnahmen wie Händewaschen weiß und niemals auch nicht vor dieser Krise fahrlässig beispielsweise unsere beiden Uromas besucht habe? Bin ich unsolidarisch? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen und ich kann nicht glauben, dass Gottes Antwort darauf –„ja“ wäre! Dann habe ich unseren Glauben so dermaßen falsch verstanden.
Aber ich sehe was diese Begegnungen und Besuche bewirken, heilen, stark machen, Immunsystem stärken und bis zum heutigen Tag, wird das verwehrt, wird einem ein schlechtes Gewissen gemacht oder man wird für unsolidarisch gehalten.
Woher ich meine Hoffnung nehme?
Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht, ich nehme sie aus der Geduld, aus dem Vertrauen, dass Gott uns nicht in unser Verderben laufen lassen wird, aus der Hoffnung daraus, dass die Menschen in diesem und auch in anderen Ländern, sich auf die Suche nach der Wahrheit machen werden und einsehen, dass eine Impfung, nicht der Grund sein kann, der uns von Abstandsregeln oder Masken befreit - sondern die Nächstenliebe.
Der Kern unserer und aller anderen Religionen bleibt die Liebe!
Dass ein Kampf dafür unangenehme Entscheidungen für unser bequemes Leben im Wohlstand bedeutet, dass Ärger mit Vorgesetzten, Konflikte mit Gesetzen, die gegen die Menschlichkeit gerichtet sind, Ausgrenzung oder Schlimmeres mit sich bringen, ist wahrscheinlich.
Mir fallen so ein paar Beispiele in unserer Bibel ein, die das in Kauf genommen haben, nicht weil es ihnen Freude gemacht hat, nicht weil sie nach Macht gierten oder missionieren wollten, sondern aus einer Grundhaltung der Liebe und einem unbetrügbaren Gewissen heraus, das Gott uns gegeben und dem wir verpflichtet sind.
Es hat lange gedauert, bis wir uns getraut haben und ich konnte auch erst offen meine Meinung sagen, als ich Menschen gefunden habe, die denken wie wir.
Wenn wir beschäftigt werden, mit alle zwei Wochen neuen Verordnungen, wenn wir unsere Kontakte einschränken, Austausch verhindern, auch über die Masken, wenn wir schon den Kindern Angst machen, wenn wir sie in ihrer ureigenen Unbeschwertheit zurückpfeifen, wenn wir Jugendlichen zeigen, wie schnell ihre Zukunftspläne nichts mehr wert sind, ihre Sicherheit auf dem Spiel steht, wenn wir alten Menschen Lebensangst einimpfen, sie alleine sterben lassen und Trauernden das Recht auf Abschied nehmen, verursachen wir wissentlich eine traumatisierte Gesellschaft und ich brauche nicht zu sagen, wie lange es dauern wird, das schon jetzt zu heilen und ein Ende ist noch nicht Sicht.
Dem muss und kann nur der Glaube einen Gegenpol stellen.
Meiner Meinung nach ist es unsere Pflicht und wer wenn nicht wir können diesen Mut gemeinsam aufbringen?
Ich sehe die Mühe der Mitkritiker um mich herum, weil sie sich alleine auf den gesunden Menschenverstand berufen und oft zweifeln. Auch ich zweifle immer wieder und verzweifle auch von Zeit zu Zeit, aber ich habe eben diese andere Hoffnung und Gewissheit, dass Gott mir einen Platz gegeben hat, an dem es meine Aufgabe ist zu wirken, mein Gewissen immer wieder zu hinterfragen und danach zu handeln.
Um ehrlich zu sein, etwas anderes kann ich nicht tun.
Ich würde es gerne auch in ihrem Namen tun, wir brauchen einen religiösen/kirchlichen Widerstand, weil wir es unseren Mitmenschen schuldig sind – allen.
Weil wir die Menschen lieben und weil wir Gott lieben.
Christoph Probst „Weiße Rose“:
Vergiss‘ nie, dass Leben nichts ist,
als ein Wachsen in der Liebe und
ein Vorbereiten auf die Ewigkeit!“
Ein Text von Madeleine Delbrel:
Immer weiter – sagst du zu uns
in allen Kurven des Evangeliums.
Um die Richtung auf dich zu behalten,
müssen wir immer weitergehen,
selbst wenn unsere Trägheit verweilen möchte.
Du hast dir für uns
ein seltsames Gleichgewicht ausgedacht,
ein Gleichgewicht,
in das man nicht hineinkommt
und das man nicht halten kann,
es sei denn in der Bewegung,
im schwungvollem Voran.
Es ist wie mit einem Fahrrad,
das sich nur aufrecht hält, wenn es fährt;
ein Fahrrad, das schief an der Wand lehnt,
bis man sich darauf schwingt
und auf der Straße davon braust.
Die Zeit, in der wir leben,
ist gekennzeichnet von einem allgemeinen
schwindelerregenden Ungleichgewicht.
Sobald wir uns hinsetzen, dies zu betrachten,
kippt es und es entgleitet uns.
Wir können es nur aufrecht halten,
wenn wir weitergehen,
wenn wir uns hineingeben
in den Schwung der Liebe.
Für uns spielt
das Abenteuer deiner Gnade
in einer Zeit, die fast aus der Bahn gerät
in ihrem Drang nach Freiheit.
Uns willst du keine Landkarte geben.
Unser Weg führt durch Nacht.
Wohin wir zu gehen haben,
erhellt sich Stück für Stück
wie durch die Lampe eines Signals.
Oft ist das einzige, was sich sicher einstellt,
eine regelmäßige Müdigkeit aufgrund
derselben Arbeit, die jeden Tag zu tun ist,
desselben Haushalts, der wieder zu bewältigen ist,
derselben Fehler, die wir bekämpfen
derselben Dummheiten, die wir unterlassen wollen.
Aber außerhalb dieser Gewissheit
ist alles übrige deiner Phantasie überlassen, o Gott,
die es sich bei uns gemütlich macht.
Aus: Madeleine Delbrel, Gott einen Ort sichern
Mir geht es natürlich wie dir, dass ich mit einem gewissen Gottvertrauen durchs Leben gehe und mich dann auch auf Dinge einlasse, wo man zumindest am Anfang denkt: na, ob man da jemals Erfolg haben kann. Aber oft gibt es Begegnungen mit Menschen, Gespräche, auch das Hören einer Predigt oder das Lesen eines Artikels aus denen heraus gleichsam wie ein Wegweiser bei der Bergtour eine Bestätigung oder auch Korrektur meines eingeschlagenen Weges erfolgt. Das ist dann immer eine Mut machende Erfahrung. die neue Energien freisetzt um das gesteckte Ziel zu erreichen.
Was mir auffällt ist, wie viele Menschen guten Willens es gibt überall auf der Welt. Menschen, die Gutes tun, ohne eine große Geschichte daraus zu machen. Angefangen von unzähligen Eltern, die sich um Kinder und Großeltern kümmern, über all die Menschen, die in vielfältiger Weise in den Kommunen aktiv sind, im Sport, bei den Vereinen, in den Kirchen, in den Schulen, im politischen Umfeld, bis hin zu den großen Hilfsorganisationen. Laut einer Statistik sind in Baden-Württemberg etwa 50% der Menschen ehrenamtlich tätig. Bei Vielem, was man so selbstverständlich nimmt, steckt viel Herzblut und Liebe Einzelner drin. Und wie es so schön heißt: Wo die Liebe ist, da ist Gott - ubi caritas, deus ibi est. Viele der Menschen würden ihr Tun überhaupt nicht mit Gott in Verbindung sehen. Das ist jetzt wichtig zu tun, und wir machen das halt, so sind wir eben. Aber das, was bei ihrem Tun herauskommt, was vielen nützt und worüber sich viele Mitmenschen freuen, sind in Tat und Wahrheit Früchte des heiligen Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Güte, Treue. Gottes heiliger Geist weht wo er will, heißt es. Alle diese vielen Menschen sind "Salz der Erde" und sorgen dafür, dass "Reich Gottes" oder "Gottes neue Welt" heute schon, zumindest in Ansätzen, da ist und erfahrbar ist. Ich denke, man muss nur wirklich hinschauen, dann sieht man es auch.
Was mir auffällt ist, wie viele Menschen guten Willens es gibt überall auf der Welt. Menschen, die Gutes tun, ohne eine große Geschichte daraus zu machen. Angefangen von unzähligen Eltern, die sich um Kinder und Großeltern kümmern, über all die Menschen, die in vielfältiger Weise in den Kommunen aktiv sind, im Sport, bei den Vereinen, in den Kirchen, in den Schulen, im politischen Umfeld, bis hin zu den großen Hilfsorganisationen. Laut einer Statistik sind in Baden-Württemberg etwa 50% der Menschen ehrenamtlich tätig. Bei Vielem, was man so selbstverständlich nimmt, steckt viel Herzblut und Liebe Einzelner drin. Und wie es so schön heißt: Wo die Liebe ist, da ist Gott - ubi caritas, deus ibi est. Viele der Menschen würden ihr Tun überhaupt nicht mit Gott in Verbindung sehen. Das ist jetzt wichtig zu tun, und wir machen das halt, so sind wir eben. Aber das, was bei ihrem Tun herauskommt, was vielen nützt und worüber sich viele Mitmenschen freuen, sind in Tat und Wahrheit Früchte des heiligen Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Güte, Treue. Gottes heiliger Geist weht wo er will, heißt es. Alle diese vielen Menschen sind "Salz der Erde" und sorgen dafür, dass "Reich Gottes" oder "Gottes neue Welt" heute schon, zumindest in Ansätzen, da ist und erfahrbar ist. Ich denke, man muss nur wirklich hinschauen, dann sieht man es auch.





