Wegweiser 09/2025
Dieses Jahr feiert die Pfarrei St. Josef das 125-jährige Bestehen ihrer Kirche St. Josef. Das ist ein wichtiges Datum. Die Kirche wurde in ähnlich bewegten Zeiten gebaut, wie sie auch heute zu erleben sind:
Bevölkerungswachstum durch den Zuzug von Migranten, knapper Wohnraum, wirtschaftliche und soziale Probleme, unsichere Weltlage, Aufwertung der Bahnstrecke.
Die rasche industrielle Entwicklung im Vorderen Wiesental brachte eine starke Zunahme der katholischen Bevölkerung mit sich. Das führte nach und nach zum Bau der Kirchen von Höllstein, Lörrach, Schopfheim und Brombach. Das Anliegen wurde drängender, vor Ort Seelsorge und einen Kirchenraum anzubieten. Bisher gehörten die Katholikinnen und Katholiken zu Stetten, nachdem die Reformation die Geschichte der katholischen Kirchengemeinde im vorderen Wiesental weitgehend unterbrochen hat.
Erstmals 1896 wandte sich das Stadtpfarramt Lörrach mit der dringenden Bitte eines Kirchenbaus an das Erzbischöfliche Ordinariat. Erstaunlich ist, wie schnell der Bau dann fertiggestellt war: am 23.11. 1900 konnte die Kirche bereits eingeweiht werden – dank des hohen persönlichen und finanziellen Engagements der Menschen in Brombach, Haagen, Hauingen und in ganz Baden, sowie des Bonifatiusvereins. Als Patron wurde sicher nicht zufällig der Heilige Josef, der Patron der Arbeiter, der soziale Vater Jesu gewählt.
Jetzt fällt der Termin des Jubiläums in die letzten Wochen, bevor die Pfarrei, die in den letzten Jahren Teil der Kirchengemeinde Lörrach-Inzlingen war, in die Kirchengemeinde Wiesental-Dreiländereck integriert wird.
Die große Herausforderung, in dieser Situation weiterhin das christliche Leben vor Ort – in bewährter „inner-katholischer“ und ökumenischer Zusammenarbeit - lebendig zu halten, bleibt.
Den Grundgedanken für das Jubiläum haben dem Gemeindeteam die Kirchenfenster gegeben. Sie sind zusammengesetzt aus vielen verschiedenen Glasstücken, die ein buntes Ganzes geben, ein Netz-Werk zeigen: mit den anderen Pfarreien der Kirchengemeinde, im Rahmen der Ökumene und des interreligiösen Dialogs, eingebettet in drei Ortschaften, bestehend aus lebendigen Gemeinschaften, verbunden mit dem hl. Josef. Die Fenster markieren die Verbindung von „innen“ und „außen“ und leuchten gerade dann, wenn es draußen dunkel ist.
Und: möge die „Vermutung“ von Kurt Marti (Schweizer Pfarrer und Schriftsteller), sich nicht bewahrheiten: „Ein Gott, der kirchenförmig gedacht wird, hindert die Kirche daran, gottesförmig zu werden.“ Auf dass die Kirche im doppelten Sinn des Wortes auch in Zukunft Menschen begleiten, im Glauben unterstützen und Sinn anbieten, Ruhepol, Tankstelle, Heimat sein kann. Dort, wo die Menschen leben. Auch in Brombach, Haagen und Hauingen.
Rita Sprich, Gemeindereferentin






