Aus alten Unterlagen zusammengetragen.

Aus der Geschichte unserer Kirche

Die jetzige Kirche wurde 1832 eingeweiht.  Aber schon vorher war an dieser Stelle eine Kirche , im Totenbuch des Pfarrers Johann Kaspar Waibel steht „ er habe die Kirche in Schönheit und Zier wieder aufs sorgfältigste renoviert. ( + 1761 ) In einem Pfarrkalender von 1933 ist zu lesen dass im Jahre 1790 das Turmdach umgedeckt wurde. Unter den Ziegeln wurde damals einer gefunden mit der Jahreszahl 1492. Weiter ist zu lesen dass beim Abbruch der Kirche 1831 viele Grabdenkmäler und Erinnerungstafeln welche in der Kirche waren vernichtet wurden.

aus Inzlinger Pfarrkalender von 1933

 

 

 

Bilder aus Heimatbuch Inzlingen // 

  


Die St. Anna Kapelle


Im Niederdorf  ( heute gegenüber dem Gasthaus Krone ) gab es einst die St.Anna Kapelle. Der Bau wurde im Jahre 1748 begonnen und mit der Einweihung 1750 beendet. Die Kapelle wurde samt des Glöckleins von einer Frau Maria Brugger gestiftet. Die Stiftung erfolgte aus dem Bedürfnis der Unterinzlinger  ,die immerhin einen weiteren Weg hatten und vor allem kaum das Geläut der Kirche hören konnten. Die Glocke läutete dreimal am Tag zum Gebet und am Sonntag gab Sie das erste und das zweite Zeichen vor dem Gottesdienst. Man stiftete einen kleinen Fonds für den Siegristen dienst ,durch den das Läuten besorgt wurde. Etwa viermal wurde Gottesdienst mit gestifteten Messen ,darin gehalten. Ein Hochwasser unterspülte 1832 die Kapelle  die dann abgetragen werden musste. Man vermißte nun das Läuten in Unterinzlingen sehr schmerzlich ,so dass daraufhin der damalige Pfarrer Düggelin zwei Balken für die Anna Glocke anbringen ließ ,auf dem heutigen Haus Fisch – Herzog. Die Vergütung für den Siegrist übernahm er aus eigenen Mitteln. 1844 wurde ein Türmchen aufgerichtet.

Der Kulturkampf führte im Winterhalbjahr 1872 / 73 zu erheblicher Unruhe in Inzlingen. Bei der Gendarmerie in Lörrach wurde angezeigt dass man in Inzlingen an ein Marienwunder glaubt. Eine Maria Josefa Kiefer soll an der Spitze der Gruppierung gestanden sein und verkündet haben „ Ich sehe mit großen goldenen Buchstaben die Worte ,die Kapelle ( St.Anna Kapelle ) muss wieder aufgebaut werden. Die Menschen mögen es glauben oder nicht ,die Engel wachen schon auf diesem Platze. Die armen Seelen und die liebe Mutter Jesu erscheinen deswegen."  Am 8.Dezember 1872 nahmen an den religiösen Versammlungen am Abend zwischen 19:00 und 21:00 Uhr bereits 114 Personen teil. Erstaunlich ist nicht nur dass sich ein Großteil der Inzlinger Bevölkerung hinter die angeblichen Marienerscheinung stellte sondern auch ,mit welcher Härte die großherzoglich-badische Administration die Betübungen unterband. Der Druck der Behörden wurde schließlich so groß dass Bürgermeister Arkadius Däschler nachgab und am 4.März 1873 verkünden ließ ,jeder der Versammelten werde beim Schöffengericht angeklagt. Als sich am 5.März 1873 nach dem Gottesdienst die Gläubigen weigerten die Kirche zu verlassen ,wurden die Türen verschlossen,so dass die Beter eingesperrt waren. Als die Polizei einschreiten wollte ,erklärten die Anwesenden allerdings, sie hätten das Recht , in der Fastenzeit den Rosenkranz zu beten. Damit war die Angelegenheit offenbar erledigt , und ein Wallfahrtsort ist in Inzlingen nicht entstanden. Der Verdacht liegt nahe dass hier die Angelegenheit von übereifrigen Behördenvertretern dem Zeitgeist entsprechend hochgespielt wurde.

1917 wurde die Glocke zu Kriegszwecken eingeschmolzen. 1930 wurde die heutige Glocke gegossen und auf das Türmchen gehängt. Noch im selben Jahr wurde das Türmchen ´von Blechnermeister  Franz Wiedmer mit Blech verkleidet.

Die Glocke trägt die Inschrift

1750 erstmals gestiftet ,                            1917 im Krieg vernichtet

entstand ich 1939 wieder ,                                   durch die Gaben vieler

St. Anna heiß ich ,                                     wie eine Mutter ruf ich

Zum Gebet ,zum Opfer und zu Gott                   nach selgem Tod.

Am 9.September 1984 wurde das St.Anna Glockenturmfest gefeiert. Zuvor wurde das Türmlein renoviert , die Zimmerarbeiten übernahm Peter Wiedmer ,die Blechnerarbeit Peter und Uwe Herzog.

Ende 1988 ist das Uhrwerk kaputt und die Glocke schweigt, im Augenblick ist aber in der Pfarrei eine Reparatur zu teuer. Im Juni 1989 findet sich ein Spender der ein neues Uhrwerk bezahlt so dass die Glocke nun wieder schlägt.


St.Nikolaus Kapelle

Im Oberdorf  stand einst die Nikolauskapelle. Wann Sie gebaut wurde steht nicht fest, heute stehen nur noch die Fundamente und der Toreingang. Vermutlich steht dort heute das Haus Dörflinger  ( Kapelle 2 ). Auf einem alten Kupferstich von Inzlingen aus dem Jahr 1624 ist die Kapelle rechts neben dem Wasserschloss zu erkennen.